IDH-Konsumentenreport Q4-2025: Lebensmittel als Luxusprodukte?  76 Prozent der Konsument:innen nehmen Preissteigerungen wahr und  setzen auf Angebote und Preisvergleiche 

  • Drei Viertel der Befragten nehmen bei Lebensmitteln Preissteigerungen wahr,  besonders bei Schokolade (85%) und Kaffee (83%).  
  • In der Konsequenz setzen sie verstärkt auf Angebote und Vergleiche: 96 Prozent finden es hilfreich, Angebote verschiedener Händler an einem Ort vergleichen zu können.  
  • Ausschlaggebend für den Kauf von Lebensmitteln sind Qualität (99%) und ein  günstiger Preis (93%).

Steigende Lebensmittelpreise verändern das  Einkaufsverhalten in Deutschland spürbar. Der aktuelle Konsumentenreport der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH), angeführt von Bonial, marktguru und Shopfully,  zeigt, dass die höheren Preise zu einem bewussteren und planvolleren Einkaufsverhalten führen – nur rund 4 Prozent der Befragten kaufen wie gewohnt ein.  Für die Studie wurden Anfang November 4.068 Personen, die für den Einkauf von  Lebensmitteln (mit-)verantwortlich sind, zu Preiswahrnehmung und Einkaufsverhalten  befragt.  

Preisgefühl spiegelt den eigenen Einkauf wider  

Die deutliche Mehrheit der Befragten (76%) empfindet Lebensmittel 2025 als insgesamt  teurer. Nur ein Prozent nimmt sinkende oder stabile Preise wahr, für 20 Prozent ergibt  sich ein differenziertes Bild.  

Fast alle Befragten, die eine Teuerung spüren, leiten diese Einschätzung aus dem  eigenen Einkauf ab (97%), 17 Prozent aus Gesprächen mit anderen. Klassische Medien  oder Social Media nennen nur 10 bzw. 3 Prozent der Befragten als Quelle. Die Hälfte der  Befragten hat den Eindruck, dass Medienberichte sich stark auf Preissteigerungen konzentrieren, nur 10 Prozent sehen den Fokus auf Preissenkungen.  

Der Einkauf wird stärker geplant – Fokus auf Qualität und Preis  

Die Qualität der Lebensmittel ist auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten 99  Prozent der Konsument:innen (sehr) wichtig, fast genauso relevant ist ein günstiger  Preis (93%). Nachhaltige Aspekte wie wenig Verpackungsmüll (76%) und Regionalität  (72%) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, liegen aber deutlich dahinter. Bio (38%) und  Marken (25%) sind seltener kaufentscheidend. 

Die Prioritäten der Verbraucher:innen haben sich gegenüber der Befragung im dritten  Quartal 2021 drastisch geändert: 2021 nannten 89 Prozent wenig Verpackungsmüll als  das Hauptkriterium beim Lebensmittelkauf, Regionalität war mit 83 Prozent der zweitwichtigste Faktor. Erst an dritter Stelle folgte ein günstiger Preis (76%).  

Bewusster einkaufen: Angebote, Vergleiche und Planung  

Konsument:innen ziehen aus den höheren Lebensmittelpreisen Konsequenzen: Sie  achten verstärkt auf die Preise (63%), kaufen (noch) mehr Angebote (55%), besuchen  mehrere Geschäfte, um von verschiedenen Angebote zu profitieren (45%), und planen  ihren Einkauf gezielter (42%).  

Digitale Plattformen spielen dabei eine zentrale Rolle: Für den besten Überblick über  Preise und Angebote nutzen zwei Drittel digitale Prospektportale – nahezu alle Befragten (96%) finden es (sehr) hilfreich, Angebote verschiedener Händler an einem  Ort bzw. auf einer Plattform vergleichen zu können. Rund ein Drittel informiert sich über  Händler-Apps und Websites oder direkt im Geschäft. 56 Prozent greifen weiterhin auf  gedruckte Prospekte zurück.  

Preissteigerungen werden unterschiedlich wahrgenommen  

Bei der Frage nach der Höhe der empfundenen Steigerung gegenüber dem Vorjahr ist  die Einschätzung unterschiedlich: Knapp 20 Prozent schätzen den Preisanstieg auf 3 bis  5 Prozent, jeweils 37 Prozent auf 5 bis 10 Prozent bzw. über 10 Prozent.  

Je nach eigenem Warenkorb wird die Preissteigerung einzelner Kategorien oder  Produkte in den letzten drei Monaten stärker wahrgenommen: Am häufigsten werden  Schokolade (85%) und Kaffee (83%) genannt, dahinter folgen Fruchtsäfte allgemein  (45%), Orangensaft (43%) und Speiseöl (39%). Weniger eindeutig sieht es bei anderen  Lebensmitteln aus: Milch empfinden 37 Prozent als teurer, 45 Prozent sehen sie  preisstabil, ähnlich verhält es sich bei Nudeln (30% teurer, 48% stabil).  

Eine Kassenbon-Analyse der Data Insights*-Unit von marktguru zeigt, dass die subjektive Wahrnehmung nicht immer die Realität widerspiegelt: Schokolade und Kaffee  stiegen zwischen August und Oktober 2025 tatsächlich um rund 5 Prozent, während  Fruchtsäfte um 3 Prozent und Speiseöl um 13 Prozent günstiger wurden.  

Möglicherweise ein Resultat starker Preisschwankungen ist die Wahrnehmung der  Butterpreise: 41 Prozent sehen eine Preissteigerung, 39 Prozent eine -senkung. Die  Kassenbon-Analyse bestätigt letzteres, die Preise sind im betrachteten Zeitraum um 13  Prozent gesunken.  

Auf die Frage, was ihrer Ansicht nach aktuell ein 250g-Paket Markenbutter kostet, sind  die Antworten der Befragten entsprechend breit gefächert, der Median liegt bei 2,50  Euro. 

…ebenso unterschiedlich sind die „Pain Points“  

Die Antworten auf die Frage, über welche Preissteigerungen sich die Befragten in der letzten Zeit besonders geärgert haben, zeigen ein breites Spektrum: In den Nennungen  lagen Kaffee (30%), Schokolade (22%) und Fleisch (15%) auf den ersten Plätzen, gefolgt  von Butter (9%) und Obst (6%). Ebenfalls häufig genannt wurden Gemüse, Milch, Käse,  Süßigkeiten und Kakao. Die Ergebnisse zeigen: Die „Pain Points“ sind sehr individuell,  decken jedoch viele Warengruppen ab.  

Florian Reinartz, Geschäftsführer bei Bonial: „Preissteigerungen im Lebensmittelbereich betreffen uns alle. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Konsument:innen ein gutes Gespür für Preise haben. Gleichzeitig nehmen viele  aktuelle Preisnachlässe noch nicht wahr. Genau hier entstehen Chancen für Händler,  Preisreduzierungen von Anker-Produkten noch stärker im relevanten Umfeld zu  kommunizieren.” 

Im europäischen Ausland ist die Einschätzung laut der Shopfully-Studie „The State of  Shopping 2025”** ähnlich: Während in Deutschland zwei Drittel der Konsument:innen  annehmen, dass sich ihre Kaufkraft nicht verbessern wird, sind es in Spanien und Italien  mehr als die Hälfte (57% / 56%), in Frankreich 71 Prozent. In Österreich hingegen sind  nur 42 Prozent dieser Meinung.  

*Analyse von 480.000 Kassenbons im Zeitraum August-Oktober 2025 durch Data Insights powered by marktguru 

Über die Initiative Digitale Handelskommunikation  

Die Initiative Digitale Handelskommunikation, kurz IDH, ist eine Initiative führender  Anbieter im Bereich der digitalen Handelskommunikation. Sie wurde im Jahr 2021  gegründet. Initiatoren der IDH sind die zur Axel Springer SE gehörende Bonial International  GmbH mit Sitz in Berlin, die zur Seven.One Entertainment Group gehörende marktguru  Deutschland GmbH mit Sitz in München sowie die zur Media Central Group gehörende Shopfully GmbH mit dem Standort Berlin. Ziel der Initiative ist es, die digitale  Handelskommunikation als zukunftsweisende Branche stärker in den Fokus der  Öffentlichkeit zu rücken. Dazu analysiert und beobachtet die IDH den Markt und steht als  Informationsquelle für andere Marktteilnehmer, Verbände, Politik und Medien zur  Verfügung.  

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